Der Completer, auch weisser Malanser genannt, ist eine seltene weisse Traubensorte, die primär in der Ostschweiz kultiviert wird. Eine Handvoll Winzer arbeiten mit der nicht ganz pflegeleichten Sorte, die spät reift, hohe Anforderungen an Klima und Standort stellt und leicht verrieselt, wenn es ihr zu kalt ist. Fühlt sie sich wohl, können aus ihr Weissweine vinifiziert werden, die zu den spannensten und grössten des Landes zählen. Kaum eine andere Sorte kann einen derart fülligen, komplexen und alkoholreichen Wein mit derart ausgeprägter Säurestruktur hervorbringen.
Die Volg Weinkellereien kultivieren eine rund 29 Aren grosse Parzelle Completer Stöcke westlich von Malans.
Die Abfüllung duftet nach Curry, Muskat, Quitten und Honig und fordert volle Aufmerksamkeit. Der Wein ist komplex mit einer eleganten Säure. Dekantieren von Vorteil.
Chandra Kurt in der Finanzzeitschrift Cash, Zürich, den 12.10.06
Kleine Geschicht zum Malans Completer
Seltene in der Schweiz einheimische weisse Rebsorte. Sie wird hauptsächlich im Kanton Graubünden und in kleineren Mengen im Kanton Zürich und Tessin kultiviert.
Durch Urkunden ist belegt, dass Completer bereits im Jahre 926 in Malans (Kt. Graubünden) angebaut wurde. Dort wird heute noch als Rarität ein alkoholstarker, langlebiger Wein daraus gekeltert. Über Jahrhunderte haben sie die Malanser kultiviert, weshalb sie oft Malanser-Traube genannt wird.
Es ist ein sehr eigenwilliger, interessanter Weisswein, leicht nussig, erinnert an Quitten und Orangenblüten.
Die Sorte war Mitte des letzten Jahrhunderts fast ausgestorben, weil sie mit ihrer sehr markanten Säure nicht mehr dem Geschmacksbild der Weinliebhaber entsprach. Aus alten Stöcken las man einen Stock aus, der sich regelmässig durch frühere Reife und geringeren Säuregehalt auszeichnete. Der Grossteil der in den letzten 20 Jahren gepflanzten Completer-Reben dürfte von ihm abstammen. Er steht heute noch an der Mauer an der Malanser Halde im Kanton Graubünden.
Der Anbau dieser alten Sorte nimmt langsam wieder zu. Die Fläche im ganzen Bündner Rheintal beträgt zurzeit bescheidene 1.7 Hektar. Sie gehört nur in die wärmsten Lagen.