Der nach der gleichnamigen Hauptstadt benannte Kanton Neuenburg (frz. Neuchâtel) bzw. das Weinbaugebiet in der französischen Schweiz nahe der Grenze zu Frankreich umfasst 605 Hektar Rebfläche.

Der traditionsreiche Weinbau ist urkundlich bereits aus dem Jahre 998 belegt. Der Bereich Neuchâtel bildet den Grossteil des so genannten Drei-Seen-Gebietes mit Lâc de Neuchâtel (Neuenburger See), Bielersee und Lâc de Morat (Murtensee). Diese drei grossen Gewässer beeinflussen durch Sonnenreflektion das Klima positiv. Die Weingärten liegen in einem 40 Kilometer langen Band zwischen Le Landeron und Vaumarcus auf zumeist kalkhaltigem Boden auf Südhängen an den Ausläufern des Juras über dem See. Die wichtigsten Weinbauorte sind Auvernier, Bevaix, Boudry, Cormondrèche, Cortaillod, Cressier, Hauterive, Le Landeron, Neuchâtel (mit Vororten), Saint-Aubin und Vaumarcus, die (wie alle 18 Gemeinden) einen eigenen AOC-Status besitzen. Im Jahre 1993 wurde ein AOC-Statut erlassen und als erstem Schweizer Kanton eine Ertragsbeschränkung eingeführt.
Zu ca. 55 % werden Weissweine, zu ca. 45 % Rotweine produziert. Die weissen Sorten sind Chasselas und in kleinen Mengen Chardonnay, Gewürztraminer, Pinot Gris (Grauburgunder) und Müller-Thurgau (hier Riesling-Silvaner). Als einzige rote Sorte gibt es Pinot Noir (Blauburgunder) mit vorgegebenen Klonen, wie zum Beispiel Pinot Noir de Cortaillod.
Eine Spezialität ist der lachsfarbene Rosé Oeil de Perdrix, den es als Blanche auch weissgekeltert gibt. Er darf ausschliesslich aus der Pinot Noir - Traube gewonnen werden. Leider wurde der Begriff nie geschützt, sodass heute Roséweine aus der ganzen Schweiz mit dem gleichen Namen bezeichnet werden.
Der Neuchâtel Blanc ist ein frischer, perlender Weisswein aus Chasselas (auch als "Sternliwein" bezeichnet), der auch mit Hefesatzlagerung (frz. sur lie) produziert wird.